Mit Freude zur Arbeit
Die Reise einer Entscheidung
Von Frank Bieletzki
Serie: Mit Freude zur Arbeit
09. Juni 2026 bis 11. Juni 2026
Drei Beiträge von Frank Bieletzki über Entscheidungswege, Delegation, Vertrauen und klare Rahmenbedingungen.
LinkedIn-Serie von Frank Bieletzki
Teil 1: Warum dauern Entscheidungen in vielen Unternehmen so lange?
09. Juni 2026
Ein Kunde wartet.
Ein Mitarbeitender hat eine Idee.
Ein Problem ist erkannt.
Eigentlich müsste jetzt entschieden werden.
Aber stattdessen beginnt die Reise:
➡️ Teamleiter fragen
➡️ Abteilungsleiter einbinden
➡️ Bereichsleiter abstimmen
➡️ Geschäftsführung informieren
➡️ Noch eine Runde Rückfragen
➡️ Noch ein Meeting
➡️ Noch eine Abstimmung
Und irgendwann fragt sich jeder:
"Warum haben wir das nicht einfach vor zwei Wochen entschieden?"
Dabei liegt die Ursache häufig nicht in mangelnder Kompetenz.
Sondern genau umgekehrt.
Die Menschen, die die Entscheidung treffen könnten, dürfen es nicht.
Die Menschen, die entscheiden dürfen, sind oft am weitesten vom eigentlichen Problem entfernt.
Ein kleiner Selbsttest:
Denken Sie an die letzte Entscheidung, die in Ihrem Unternehmen länger als eine Woche gedauert hat.
Fragen Sie sich:
1️⃣ Wer hatte die meisten Informationen?
2️⃣ Wer hat am Ende entschieden?
3️⃣ Waren das dieselben Personen?
Wenn nicht, haben Sie möglicherweise keinen Entscheidungsfehler.
Sondern ein Strukturproblem.
Kennen Sie das Problem?
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Damit können Sie prüfen, welche Entscheidungen wirklich nach oben gehören – und welche besser dort getroffen werden sollten, wo das Wissen sitzt.
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Teil 2: Hol dir eine Entscheidung zurück
10. Juni 2026
Viele Führungskräfte klagen:
"Ich habe zu viele Entscheidungen auf dem Tisch."
Viele Mitarbeitende klagen:
"Wir müssen für alles um Erlaubnis fragen."
Vielleicht haben beide dasselbe Problem.
Die Entscheidung liegt auf dem falschen Schreibtisch.
Machen Sie einen kleinen Test.
Denken Sie an eine Entscheidung, die regelmäßig in Ihrem Bereich getroffen werden muss.
Fragen Sie sich:
✅ Wer hat die meisten Informationen?
✅ Wer arbeitet täglich mit den Folgen dieser Entscheidung?
✅ Wer könnte die Entscheidung mit einem klaren Rahmen selbst treffen?
Wenn die Antwort lautet:
"Das Team."
Dann stellt sich die nächste Frage:
Warum entscheidet eigentlich die Führungskraft?
Wenn Sie Führungskraft sind:
Suchen Sie sich diese Woche eine Entscheidung aus, die bisher bei Ihnen lag.
Übertragen Sie sie bewusst an das Team.
Vereinbaren Sie gemeinsam:
➡️ welche Informationen berücksichtigt werden müssen
➡️ wer eingebunden werden sollte
➡️ bis wann entschieden wird
➡️ wann gemeinsam reflektiert wird
Und dann:
Vertrauen Sie dem Team.
Wenn Sie Mitarbeitender sind:
Suchen Sie sich diese Woche eine Entscheidung aus, die regelmäßig nach oben eskaliert wird.
Gehen Sie zu Ihrer Führungskraft und sagen Sie:
"Ich glaube, wir könnten diese Entscheidung auch selbst treffen."
Machen Sie einen konkreten Vorschlag:
➡️ welche Entscheidung es ist
➡️ welche Informationen Sie berücksichtigen würden
➡️ wen Sie einbeziehen würden
➡️ wie Sie das Ergebnis transparent machen würden
Machen Sie es Ihrer Führungskraft leicht, Vertrauen zu schenken.
Die meisten Organisationen haben kein Kompetenzproblem.
Sie haben häufig ein Vertrauensproblem.
Verantwortung entsteht selten dadurch, dass Menschen um Erlaubnis bitten müssen.
Verantwortung entsteht dort, wo Menschen die Möglichkeit bekommen, Entscheidungen selbst zu treffen.
Und manchmal beginnt das mit einer einzigen Frage:
"Warum liegt diese Entscheidung eigentlich auf deinem Schreibtisch und nicht auf meinem?"
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Teil 3: Warum Vertrauen nicht bedeutet, die Kontrolle aufzugeben
11. Juni 2026
Viele Führungskräfte halten Entscheidungen fest. Nicht weil sie ihren Mitarbeitenden nichts zutrauen. Sondern weil sie Angst haben, dass wichtige Aspekte übersehen werden.
Das ist verständlich.
Die spannende Frage lautet deshalb nicht:
"Wie kann ich mehr Vertrauen haben?"
Sondern:
"Wie können wir Entscheidungen so vorbereiten, dass Vertrauen möglich wird?"
Menschen brauchen nicht für jede Entscheidung eine Freigabe.
Sie brauchen einen klaren Rahmen.
Zum Beispiel:
✅ Welche Informationen müssen berücksichtigt werden?
✅ Wer sollte vor einer Entscheidung angehört werden?
✅ Welche Auswirkungen müssen betrachtet werden?
✅ Wie wird die Entscheidung dokumentiert?
✅ Wann wird gemeinsam reflektiert, ob sie richtig war?
Wenn diese Regeln klar sind, passiert etwas Interessantes:
Die Führungskraft muss nicht jede Entscheidung selbst treffen.
Und das Team muss nicht bei jeder Entscheidung um Erlaubnis fragen.
Vertrauen entsteht nicht durch Hoffnung.
Vertrauen entsteht durch Transparenz.
Durch nachvollziehbare Entscheidungen.
Durch gemeinsame Spielregeln.
Und durch die Erfahrung, dass Menschen gute Entscheidungen treffen können, wenn sie die richtigen Informationen und einen klaren Rahmen haben.
Für Führungskräfte:
Fragen Sie sich:
Welche Entscheidung könnte mein Team morgen selbst treffen, wenn wir vorher gemeinsam die Spielregeln festlegen?
Für Mitarbeitende:
Fragen Sie sich:
Wie könnte ich meiner Führungskraft zeigen, dass wir Entscheidungen strukturiert und nachvollziehbar vorbereiten können?
Verantwortung braucht Freiraum.
Aber Freiraum braucht Orientierung.
Und genau dort beginnt gute Organisationsentwicklung.
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Nächster Schritt
Lassen Sie uns klären, welcher Einstieg zu Ihrer Lage passt.
In einem ersten Gespräch ordnen wir Ihre Situation, mögliche Hebel und einen sinnvollen Startpunkt ein.
Direkter Kontakt
- info@be-y.de
- Ansprechpartner
- Frank Bieletzki und Thomas Jaksch
- Standort
- Kornelimünsterweg 50
52066 Aachen